24/11/2009

Ein Tag in Charlottetown

Bei sonnigen leichten Minusgraden habe ich gestern alles Sehenswerte abgeklappert – außer Founder’s Hall, die war zu. Keine Ahnung, wieviele Kilometer ich gestern zusammengekriegt habe, aber es waren sicher nicht wenig. Ich war einmal komplett durch Downtown, dann zu Beaconsfield House, Fanningbank, im Anne-of-Green-Gables-Store (peinlich, peinlich, dabei wollte ich mich doch nicht vom Anne-of-Green-Gables-Hype tragen lassen – und nun habe ich ausgerechnet da meine Charlottetown-Souvenirs gekauft), eine Handvoll Kirchen (oder auch zwei, davon gibt es hier ja genug ;), Ardgowan und abschließend noch in der Charlottetown Mall (wo ich richtig viel Glück hatte und einen günstigen Ersatz für meine heißgeliebte, verstorbene Wal-Mart-Jeans bekam).

Hier einige Eindrücke:

24/11/2009

Wo der Fluß die Autobahn trifft

Es hat doch so seine Vorteile, aus der Nähe von Magdeburg zu kommen ;P. Nadell, die Pensionsinhaberin, hat eine Weltkarte im Esszimmer zu hängen. Jeder Gast soll da mit einer Stecknadel seinen Heimatort markieren. Tja, so viele Nadeln hat sie in Deutschland noch nicht. Leipzig und Berlin sowie die Elbe und die A2 waren Teil der Karte und so piekste ich die Nadel genau dahin, wo der Fluß die Autobahn trifft. Naja, okay, so ganz von dem Punkt bin ich jetzt nicht, aber auf einer Weltkarte machen die 20km keinen Unterschied mehr ;).

24/11/2009

Charlottetown

Es fährt ein Bus über eine große, große, große Brücke und dann ein wenig über eine Insel und prompt ist man in Charlottetown. Nach nicht mal drei Stunden Fahrt (mein Gesäß war mehr als dankbar). Mit einigen Orientierungsschwierigkeiten im Dunkeln fand ich dann aber doch in die Bed-and-Breakfast-Pension. Ich glaube, die Inhaberin hatte ein anderes Bild von mir. Sie wirkte irgendwie überrascht. Ich bin ihr einziger Gast im Moment und sie nahm sich viel Zeit, mir auf einer Karte alle Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Sehenswürdigkeiten im Dunkeln ansehen ist jetzt nicht so wirklich toll für Fotos, aber zumindest erhielt ich einen Eindruck, wie weit hier alles ist…

24/11/2009

Nachtrag zu North Sydney

Was mir noch eingefallen ist und ich für bloggenswert befunden habe: Ich betrete das Hotel in North Sydney – direkt nachdem ich meinen Koffer einen sehr, sehr steilen Berg hochgezerrt habe. Etwas außer Atem melde ich mich am Empfang. Die freundliche junge Dame schiebt mir einen Zettel hin, den ich unterschreiben soll. Während ich noch schreibe, werde ich gefragt, ob mir irgendwelche Rabatte zustehen: Automobilclub, noch irgendetwas, senior… Senior?! O_O Ich gebe ja zu, ich leide nicht gerade am Peter-Pan-Syndrom, aber… Senior?! Etwas entsetzt sehe ich auf, mustere mein Gegenüber. Sie ist jung. Sie ist wahrscheinlich genauso „trainiert“ worden wie ich damals, als ich in Severn Lodge anfing. Aber trotzdem: In meiner Reservierung steht dick und fett mein Geburtsjahr! Tztztz…

23/11/2009

Ein paar Stunden in Moncton

… waren genug, um mir einen Überblick zu verschaffen. Sehr nette kleine Stadt…

23/11/2009

Eine Nacht in Moncton

Jeder kennt das, wenn man wild knutschende Pärchen sieht und bei sich denkt: Boah, die sollen sich ein Zimmer nehmen. Nun ja… gestern in Moncton nahm sich ein Pärchen ein Zimmer… einen 5er-Schlafraum in einen Hostel… und ich hatte das dritte Bett. Irgendwie ist den Beiden aber entgangen, dass ich auch da war. Nun trieb mich aber heute früh das Wissen, dass ich nur wenige Stunden in Moncton habe, aus dem Bett – zu einer Zeit, als der Rest des Hostels noch schlief. Als ich nach dem Frühstück ins Zimmer zurückkam, lief da schon ein nettes Vorspiel… und ich will gar nicht wissen, was da noch kam, während meine Kamera und ich zum extrafrühen Sightseeing unterwegs waren…

23/11/2009

Toleranzgrenze

Ich habe eine neue Toleranzgrenze bei mir entdeckt: Raucher. Nein, nicht von wegen „Passivrauchen löst auch bei mir Krebs aus“ oder „Das Ozonloch wird immer größer“ oder so, nein, viel mehr aus der „Ich bin Busfahrer, ich weiß, dass wir schon 30 Minuten Verspätung haben, aber ich halte trotzdem alle Nase lang, um eine zu rauchen und natürlich sage ich meinen Fahrgästen erst Bescheid, dass sie auch rauchen kommen können, wenn ich mit meiner Kippe schon fertig bin… weil… den Rückstand holen wir ja jetzt eh nicht mehr auf.“ *nerv* Wenigstens war das Hostel in Moncton mehr oder weniger direkt neben dem Bahnhof, so dass ich doch noch zu einer gesitteten Zeit dort eintrudelte.

23/11/2009

*grunz*

Den nächsten, der „Schweinegrippe“ in so einem unheilvollem Tonfall sagt, streckt tatsächlich etwas nieder, aber es wird kein Virus sein.

Ich bin ja so genervt von dieser Hysterie… Es treibt schon seltsame Blüten… Es ist ja nun so, dass es im Bus immer etwas bequemer ist, wenn man keinen neben sich zu sitzen hat – da kann man sich ein wenig breit machen oder sogar hinlegen (wenn man ein Schlangenmensch ist ;). Es ist aber auch so, dass gerade die Acadian-Busse ganz gerne mal gut voll sind und man einen Sitznachbarn hat. In Zeiten der Schweinegrippe lässt sich das aber gerne mal verhindern, indem man jedes Mal, wenn der Bus eine Haltestelle ansteuert, eine Maske aufsetzt. Genauso gesehen: Gestern auf der Fahrt von North Sydney nach Moncton. Und der Typ saß auch die ganzen neun Stunden alleine…

23/11/2009

Und es kommt doch auf die Größe an…

Schon zu meinen Zeiten in Severn Lodge empfand ich es irgendwie als Verschwendung, einen Alleinreisenden in ein Zimmer mit zwei Betten zu stecken – egal, ob jetzt zwei queen size-Betten oder zwei Doppelbetten oder ein queen size und ein Einzelbett. Ich hätte Alleinreisende immer gerne in Zimmer mit king-size-Betten gesteckt, aber das ging in Severn Lodge leider nicht, weil dort Zimmer mit king size-Betten keine Standardzimmer und damit teurer waren. Kaum ein Alleinreisender wollte natürlich mehr bezahlen… So ähnlich ist es mir in Port-aux-Basques auch ergangen: Ich hatte ein Standardzimmer gebucht und zwei queen size-Betten bekommen. In North Sydney hingegen (nach der aufregenden Fährfahrt) hatte ich ein king size-Bett (deren Vorstellung von Standard ;). Hm, schon seltsam… so ein riesiges Bett für einen alleine. Da hätten locker 3 reingepasst, vielleicht sogar vier, wenn sie sich nicht viel bewegen. Egal, ich warf mich also in die Mitte dieses riesigen Bettes… und musste feststellen: Schon wieder eines, dass zu kurz für mich ist. Ich bin mit etwas über 1m70 ja nicht wirklich riesig, aber es nervt mich, dass ich bisher in jedem kanadischen Bett mit den Füßen raushing – so auch in dem Sagen umwobenen king size-Bett. Einziger Vorteil: Hier legste dich einfach diagonal, dann hängste nicht mehr über ;).

23/11/2009

Dear, Sweetie, Honey…

Eigentlich finde ich es ja befremdlich, wenn man sowohl als Dienstleister als auch als Kunde eben so betitelt wird. Es gibt aber auch Momente, da ist das ganz angenehm… beispielsweise, wenn man gerade fast rückwärts ins Hafenbecken gefallen ist, um ein Foto von der Neufundlandfähre in ihrer ganzen Pracht zu schießen (okay, das ist so nicht passiert, aber von wegen Dramatik und so… ;) und dann ein wenig hilflos und viel zu früh im Fährterminal steht, dann ist es irgendwie nett, wenn einer sagt: „Hey honey, may I help you?“ Tja, so war der Koffer rasch eingecheckt und ich ganz hibbelig. Im Warteraum lief ein Film, in dessen Handlung ich nicht reinfand, die ausgestellten Schiffmodelle waren rasch angesehen, als eine Stunde vor Abfahrt die Ansage kam, dass walking passengers sich jetzt zum Shuttlebus begeben möchten. Zu fünft und einem sechs Monate altem Neufundländer saßen wir also in einem kleinen Bus, der mitten in die Fähre fuhr.

Ich hatte also knapp eine Stunde Zeit, um mir in Ruhe anzusehen, wie die Fähre einen LKW mit Anhänger nach dem anderen schluckte beladen wurde. Sehr beeindruckend. Blöderweise konnte man nicht draußen sitzen – es war ein wenig kalt und die wenigen Sitzmöglichkeiten alle nass. Naja, nachdem die Fähre dann auf dem Wasser war, gab es ja führ ein paar Stunden nichts anderes zu sehen als Wasser. Also konnte ich mich irgendwann von der Aussicht losreißen und mir ein lauschiges Plätzchen in der Lounge suchen, um ein wenig zu lesen, meine Fotos zu sortieren… so Kram halt… Tja, das waren alles in allem sehr kurze sechs Stunden…

Nachdem wir angelegt hatten, hieß es warten auf den Shuttlebus. Der konnte aber erst rein, nachdem ein paar Autos raus waren und das hat gedauert… und gedauert… und gedauert… Irgendwann war es dann aber doch soweit… nur – der große, süße, wuschelige Hund war noch im Zwinger und Herrchen bei ihm. So mussten wir noch ein wenig länger warten, bis auch die Zwei ihren Weg zum Bus gefunden hatten. Und kurz nach dem Bus kam auch der Van mit dem Gepäck. Mein Hotel konnte ich von dort aus quasi sehen (der Berg, den es mitsamt Gepäck zu erklimmen gab, leider nicht… :S) und mich somit auch gleich auf den Weg machen.